Versickerung für Hausbesitzer

Welche Möglichkeiten hat der Hausbesitzer, sich positiv in eine dezentrale Regenwasserbewirtschaftung einzubringen?

Erste Maxime ist so wenig versiegelt Fläche wie möglich! Wege und Einfahrten mit durchlässigen Belegen gestalten! Kies, Rasengittersteine, Sickerpflaster, dies sind Betonsteine, die wasserdurchlässig sind oder Pflaster, deren Fugen wasserdurchlässig sind, bieten sich hier an.
Ein begrüntes Dach hält Regenwasser zurück, wirkt sich positiv durch den Verdunstungseffekt auf das Kleinklima aus, bietet Bienen und anderen Insekten einen Lebensraum und ist zudem noch schön anzusehen.
Wasser von versiegelten Dächern kann man über bewachsene Mulden abfließen lassen, wenn der Untergrund es erlaubt, weitere Möglichkeiten sind: Mulden-Rigolen-Systeme, Rigolenversickerungen, Rohrigolen und Schachtversickerungen.
Wichtig: Regenwasserversickerung ist nur möglich, wenn eine Verschmutzung von Grundwasser und Trinkwasser sicher ausgeschlossen werden kann. Beim Vorhandensein von Dachflächen mit komplett unbeschichteten Eindeckungen aus Kupfer, Zink und Blei sind besondere Vorsichtsmaßnahmen zu berücksichtigen oder komplett verboten (>50 m²).
Die vernünftigste Lösung einer dezentralen Regenwasserbewirtschaftung ist eine Kombination aus Regenwassernutzung und /oder Verdunstung und Versickerung.

Eine als Blumenbeet angelegte Sickermulde

Wenn es ihrem Gelände und ihrer Gartengestaltung entspricht, wäre ein Überlauf in einen Teich die naturfreundlichste Lösung. Der Teich selbst könnte dann in den Randbereichen über kleine Kiesflächen überlaufen und das Wasser würde im Boden versickern. Der größte Teil des Wassers würde aber an der Teichoberfläche verdunsten. Wenn Sie keinen Teich möchten, aber das Geländegefälle es erlaubt, wäre auch der Überlauf in eine bewachsene Mulde möglich. Die Mulde nimmt bei heftigen Regenfällen, wenn der Regenspeicher überläuft, das Wasser auf und dort verdunstet und versickert es.

Natürlicher Entwässerungsgraben in einem Wohngebiet

Fortschrittliche Gemeinden gestalten ihre Neubauviertel ohne Regenwasserkanal und empfehlen oder fördern gar die Regenwassernutzung. Die Hausbesitzer können die Überläufe der Zisternen dann in die Gräben leiten.