Regenwasserbehandlung

Versickerung von Regenwasser.

Der Begriff Regenwasserversickerung bezeichnet das Verbringen von Regenwasser entweder oberirdisch durch die belebte Bodenzone oder unterirdisch durch verschiedene Versickerungsanlagen.

Wenn es stark regnet, bleibt Regenwasser als Pfütze auf dem Boden stehen. Nach einiger Zeit ist die Pfütze verschwunden. Zwei Komponenten spielen dabei eine Rolle, die Verdunstung und die Versickerung. Beides sind ganz natürliche Vorgänge.

Die Verdunstung ist wichtig für das Klima, durch sie wird gekühlt. Wasser steigt als Wasserdampf auf und geht in den Niederschlagskreislauf zurück.
Bei der Versickerung fließt das Wasser durch den Boden, versorgt Pflanzen und Mikroorganismen, wird im Boden gespeichert (je nach Bodenart) und fließt oder sickert dann ins Grundwasser. Hier findet also der wichtige Prozess der Grundwasserneubildung statt.

Wenn Verdunstung und Versickerung natürliche Prozesse sind, fragt man sich, warum in diese Prozesse eingegriffen wird. Die Notwendigkeit des Eingreifens sollen die beiden folgenden Schaubilder verdeutlichen:
Schaubild 1 zeigt den natürlichen Weg des Niederschlagswassers auf, wenn dieser auf den bewachsenen Boden fällt. Erstaunlich, wie viel Wasser doch über die Verdunstung in die Atmosphäre gelangt. Etwas gelangt ins Grundwasser und ein wenig geht über den Oberflächenabfluss direkt in Oberflächengewässer, also in Seen, Bäche oder Flüsse.

Das Bild 2 zeigt die Situation, wie wir sie oft in unseren
Städten und im dicht besiedelten Raum vorfinden. Der Niederschlag fällt auf versiegelte, sprich nicht durchlässige Beläge und kann so nur in die Kanalisation und/oder Oberflächengewässer abfließen. Dabei kann kaum eine Verdunstung erfolgen, ebenso wenig eine Grundwasserneubildung. Die größte Wassermenge fließt als Oberflächenabfluss ab. Hier ergibt sich ein ungünstiger Nebeneffekt: Der Oberflächenabfluss nimmt von verschmutzten Oberflächen, also Straßen, Parkplätzen‚ Industrieflächen, den Schmutz mit und verunreinigt damit die Oberflächengewässer. Dies ist nicht im Sinn der europäischen Wasserrahmenrichtlinie.

Verfasser: Dipl.-Ing.agr. Anja Schumann / Leipheim